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Ökologische Bewertung

Pflanzen und Tiere haben unterschiedliche Ansprüche an ihre Umwelt. Während manche Arten relativ tolerant gegenüber Veränderungen ihres Lebensraumes sind, reagieren andere schon auf geringe Abweichungen sehr sensibel.

Wichtige Einflussgrößen sind zum Beispiel die Strömungsverhältnisse und die Wassertemperatur. Sie wirken sich auf den Sauerstoffgehalt des Wassers aus: Kühleres Wasser kann mehr Sauerstoff binden und turbulente Strömungen vermischen die Luft mit dem Wasser. Im Ergebnis können hier Arten mit einem höheren Sauerstoffbedarf leben, wie er für Mittelgebirgsbäche typisch ist. Erwärmt sich das Wasser stärker, zum Beispiel wegen fehlender Beschattung durch Ufergehölze oder aufgrund von Rückstau vor Wehranlagen, können sie sich dagegen nicht halten.

Die Strömungsverhältnisse haben maßgeblichen Einfluss auf den Transport und die Verteilung von Sediment im Gewässer. Je geringer die Strömungsgeschwindigkeit, desto feiner ist das sich absetzende Material - der Gewässerboden kann regelrecht verschlammen. Im Gegensatz dazu führen höhere Geschwindigkeiten in geradlinig ausgebauten Gewässern dazu, dass sich abschnittsweise wenig bis gar kein Sediment auf der Gewässersohle halten kann. Viele Kleintiere wie Insektenlarven, Krebse und Würmer sind direkt oder indirekt von der Beschaffenheit des Sediments abhängig. Sie können nur dort siedeln, wo sie geeignete Verhältnisse vorfinden. Auch viele Fische benötigen zur Eiablage besondere Bodenstrukturen. Außerdem ernähren sie sich von den Kleintieren. So führen eintönige Strömungsverhältnisse zu einer Verarmung der Tierwelt der Bäche und Flüsse.

Aus der Zusammensetzung der vorkommenden Tier- und Pflanzenarten kann der Fachmann genaue Rückschlüsse auf den ökologischen Zustand des Gewässers ziehen. Je nachdem, welche Arten in welcher Häufigkeit vorkommen oder fehlen, wird der Zustand in fünf Klassen von „schlecht“ bis „sehr gut“ eingeteilt. Maßstab ist dabei der potenziell natürliche Zustand des Gewässers. Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist mindestens das Erreichen der zweiten Güteklasse, des „guten“ ökologischen Zustands.